Die unverlegene Verlegerin

Kultur | Mathias Grilj | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

LITERATUR Als sie mit den ersten frisch gedruckten Exemplaren ihrer eigenen Edition den Bittgang durch die Buchhandlungen machte, erfuhr Anita Keiper nichts als Wohlwollen und Neugier. Und sie sah, dass es gut war.

Im Jahr 2007 war nämlich über die Germanistin und Anglistin, die nebst Latein auch Hianzisch beherrscht und seit zehn Jahren beim "Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum" zentral wie kompetent aktiv war, an ihrem Geburtstag die Frage gekommen: "Willst du das alles bis zur Pension machen?" Tags darauf schmiss sie alles hin und wurde Verlegerin.

Aktueller Zwischenstand: Die Präsentation ihrer "edition keiper" am 4. April im Grazer Literaturhaus. Mit Kurt Palm und ihrem ersten gewagten Streich "Die Wüste lebt!", Martin G. Wankos Trash-Text, der heuer im Vorarlberger Landestheater uraufgeführt wird. Es geht, wie immer bei Wanko, um Auf-den-Nägeln-Brenn-und-zu-Klipsendes. Fußball. Hicke. Tragik. Kurzum: Man lacht.

Anita Keiper ist zwar beängstigend tapfer und begeisterungsfähig,

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