Die Luxus-Blutorange

Wolfgang Kühnelt
Stadtleben, FALTER 14/08 vom 02.04.2008

GASTROTIPP Die Weinstube Ferl in der Burggasse ist eines der letzten Refugien für bedrohte Raucher und andere Liebhaber der Beislkultur.

Zugegeben: Von außen wirkt die "Spezialitätenweinstube" Ferl wenig einladend. Wer sie nicht ohnehin kennt, könnte vermuten, die Lokalität wäre schon vor längerer Zeit für immer geschlossen worden. Betritt man aber die gute Stube und kämpft sich wacker durch die ersten Rauchschwaden, dann entdeckt man einen grandiosen Stilmix aus mehreren Jahrzehnten, von den Einflüssen der Gusseisen-Ära über die einst so gefragten Kunstblumengirlanden bis hin zur unerschütterlichen Liebe zu Jagdtrophäen, die im Hinterzimmer Platz gefunden haben. Zur Tradition des Hauses gehört auch eine wohltuend wilde Mischung an Gästen. Von der Last des Alltags erschöpfte Beamte leben in friedlicher Koexistenz mit hungrigen und durstigen Künstlern. Einar Schleef erzählte hier einst von den Mysterien des Opernbetriebs und Günter Brus genoss die Hausmannskost, weniger

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