Komm nachhause, E.T.!

Vorwort | Sibylle Hamann | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

KOMMENTAR Völlig losgelöst von der Erde schwebt die Raumkapsel ORF. Man merkt es dem Programm an.

Irgendwann muss es leise Klick gemacht haben, und jemand löste die Ankerschnur. Jene Ankerschnur, die die Raumkapsel ORF zumindest lose mit dem Mutterschiff Erde verband. Vielleicht haben irgendwelche Generatoren zu laut gebrummt, vielleicht waren alle in Sitzungen unabkömmlich, bemerkt hat das Klick jedenfalls niemand. Seither irrt die Kapsel ungesteuert durchs All.

Wenn es regnet, ragen ihre Kanten nur schemenhaft aus den Wolken. Wenn die Sonne scheint, glitzert sie silbrig, beinahe wie eine Discokugel. Mutter, Vater und Kinder, die fest mit beiden Beinen auf der Erde stehen, recken manchmal neugierig die Köpfe hinauf und sagen: Jö, schau dort oben, der ORF! Wer da drin wohnen mag? Ob diese Wesen wohl fühlen wie wir? Und geht's ihnen dort eh gut?

Man darf, ganz nüchtern, vermuten: Es geht ihnen gut. Mitleid ist unangebracht. ORFler verdienen Geld. Sie sind kranken- und unfallversichert,


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