Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

Kürzlich deckte profil wüste Umtriebe im Heer auf: Uniformierte, "stramm nebeneinander aufgereiht, die rechte Hand zum Gruß gestreckt, Freude im Gesicht". Ausgerechnet im Gedenkjahr zum "Anschluss" 1938 stünden solche Fotos auf der Homepage des Verteidigungsministeriums. HC Straches "Drei Krügel!"-Fingerzeig habe ich verstanden. Aber das? Auf dem Bildchen, das profil abdruckte, waren Männer mit erhobenen Armen und abgeschnittenen Händen zu sehen. Wer aber das Foto der vermeintlichen NS-Nostalgiker auf der Homepage sucht, findet "junge Leutnante beim Jubeln". Zu sehen sind Soldaten der Theresianischen Akademie, die ihre Säbel in die Höhe strecken. Wenn das ein Hitlergruß sein soll, fällt das Heben der rechten Hand beim Winken auch unter das NS-Verbotsgesetz. Aber wer schon so sensibel ist: Der Titel "Jedem das Seine" im Wirtschaftsteil des profil war sicher genauso wenig NS-verherrlichend gemeint wie das Foto der Heer-Homepage. Aber so lautete der Spruch am Tor des Konzentrationslagers Buchenwald. Dort wurden an die 60.000 Menschen ermordet.


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