Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

Arztserien sind so was wie die Syphilis unter den Unterhaltungsformaten, diese Erkenntnis war hier erst kürzlich zu lesen. Aber jetzt ist die vierte Staffel der einzigen Weißkittel-Oper angelaufen, die man anschauen kann, ohne sich dafür genieren zu müssen: "Nip/Tuck" (ATV, Do., 20.15 Uhr), die Schönheitschirurgenfarce um die zwei Busenoperateure aus Miami, die an ihrer Existenz leiden und dabei einen Haufen haarsträubender Abenteuer erleben. Der schöne, tragische Chirurg Christian Troy und sein biederer, unglücklicher Kumpel Sean McNamara schneiden dicke Menschen vom Sofa, auf dem sie angewachsen sind, machen Frauen mit kaputtem Mund Teile ihrer Schamlippen ins Gesicht oder modellieren diverse Reiche und Spinner. Die Geschichten rund um die detailliert gefilmten Eingriffe in die Schönheit sind herrlich ironisch, amoralisch und auch verstörend. Dabei stört es nicht, dass "Nip/Tuck" wahrscheinlich eine der überspanntesten Serien ever ist. Was man da teilweise zu sehen bekommt, schreit zum Himmel und beleidigt den gesunden Menschenverstand - aber es ist super gemacht. Hysterie rulez!


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