Unter Gotteskriegern

Kultur | Jörg Magenau | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

REZENSION Mit "Das dunkle Schiff" ist Sherko Fatah ein ebenso spannender wie überzeugender Roman über die Verführbarkeit des Menschen vor dem Hintergrund des islamistischen Terrors gelungen.

Die Gewalt kommt unvermittelt und erbarmungslos. Es ist ein schöner Sommertag in der Stille der Berglandschaft. Ein paar alte Frauen sammeln Kräuter, lachen und rufen sich etwas zu. Ein kleiner Bub beobachtet sie aus der Ferne. Er bemerkt als Erster den Hubschrauber, der ins Tal fliegt, und winkt den Soldaten zu, bevor sie zur Landung ansetzen. Die Frauen werden zum Einsteigen gezwungen, und während der Bub sich vergeblich wünscht mitzufliegen, hebt der Hubschrauber auch schon wieder ab. Und dann fallen sie heraus, eine nach der anderen: "Mit ausgebreiteten Armen glänzten sie auf im Licht, und wie um sie aufzuhalten, riss an ihren Gewändern der Wind."

Die Schönheit und der Schrecken des Augenblicks liegen dicht beieinander in dieser Prosa, die durch ihre präzise Beiläufigkeit und ihre epische


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