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Kultur | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

ROMAN

Jo Lendle: Die Kosmonautin

Die Erde ist zu klein, um ihr nicht entkommen zu wollen. Jo Lendle, im Hauptberuf Verlagslektor in Köln, erzählt in seinem ersten Roman von einer Frau, die sich auf eine ungewöhnliche Reise begibt. Ihr Ziel ist der Mond. Sie unternimmt dieses Abenteuer stellvertretend für ihren bei einer Demonstration tödlich verunglückten Sohn, um damit dessen größten Wunsch doch noch Wirklichkeit werden zu lassen. Eine Reise zur Trauerbewältigung, als Flucht und Loslösung: Mit dem Auto fährt sie immer weiter ostwärts, durch endlose, sanft gewellte Landschaften, wo ihr am Straßenrand seltsame Menschen begegnen. Da steht zum Beispiel ein schweigsamer Hirte mit einer Kuh, der ihr frischgemolkene Milch anbietet, während hinter ihnen der Mond aufgeht.

Lendle kontrastiert das ewig Archaische geschickt mit technologischen Visionen, die alt und rostig geworden sind. Diesen Eindruck macht jedenfalls die Raketenstation in der kasachischen Steppe, in der die Kosmonautin


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