Die große Gleichzeitigkeit

Carsten Fastner / Austin, Texas | Kultur | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

MUSIK Das Festival South By Southwest zelebriert Pop in seiner ganzen Vielfalt: 1700 Konzerte mit Stars und Newcomern, Politaktivismus, tragischen Absagen, tollen Entdeckungen, aber ohne Trends.

Martha Wainwright schwitzt, die Schminke ist schon ganz verlaufen. Es ist Mitte März, draußen hat es dreißig Grad, und hier, in der Lone Star Lounge, einem mit alten Tankstellenschildern und nostalgischen Fotos ganz auf Country-Schuppen getrimmten Fernsehstudio, läuft die Klimaanlage auf Hochtouren. Vor 200 begeisterten Zuhörern stellt die kanadische Singer/Songwriterin erstmals Ausschnitte aus ihrem kommenden Album vor, bodenständige Songs im klassischen Bandformat mit reichlich Americana-Flair. Ihre kraftvolle, bewegliche Stimme und ihre energiegeladene Präsenz sind beeindruckend; bald wird klar, dass die 31-jährige Tochter von Loudon Wainwright III und Schwester von Rufus zu einem noch eigenständigeren Stil gefunden hat als auf ihrem Debüt von 2005. Trotzdem ist sie nervös. "It's damn

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