10 Jahre Köhlermann

Trügerische Ruhe

Kultur | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

Am 10. September 2001 veröffentlichte Max Müller mit seiner Band Mutter eine CD namens "Europa gegen Amerika". Tags darauf flogen zwei Flugzeuge ins World Trade Center, und niemand wollte die Platte mehr anfassen. Geschichten wie diese prägen die Biografie des 1963 geborenen Sängers, Autors, Zeichners und Komponisten. Als Müller Anfang der Achtziger bei einer neugegründeten Berliner Band singen sollte, schaffte er es nicht einmal zu den Proben. Die Band wurde in der Folge als Trio berühmt.

Müllers eigene Band Mutter fabriziert seit rund zwanzig

Jahren eine schwerverdauliche Mischung aus unbarmherzig-disharmonischem Rock und verstörenden Texten. Kritiker und

Musikerkollegen verehren Mutter, gehört hat das Quartett aber kaum jemand. Mit seinem großartigen neuen Soloalbum "Die Nostalgie ist auch nicht mehr das, was sie früher einmal war" gibt sich Max Müller vordergründig zugänglicher.

Im LoFi-Verfahren am Computer zusammengebastelt, entwirft er postapokalyptische Szenarien, deren Ruhe trügerisch ist, besteht doch stets die Gefahr neuer Erschütterungen. G. S.

Live am 4.4., um 23 Uhr im Foyer des Gartenbaukinos. Tex Rubinowitz und Gerhard Potuznik legen auf. Bereits um 19 Uhr erlebt Antonia Ganz' eindrucksvolle Mutter-Dokumentation "Wir waren niemals hier" im Top Kino ihre Österreich-Premiere.


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