Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

Sex

Spechteln Ich weiß schon, es ist müßig, sich mit irgendwelchem Promi-Intimbeichten-Zeug zu beschäftigen. Zumindest nicht mit Intimbeichtenzeug österreichischer Prominenzimitationen der Kampfklasse "Gnade! Aufhörn!" Aber das Folgende muss ich jetzt doch irgendwie verarbeiten: Irgendwo war jüngst ein Interview zu lesen, in dem Frau Jeannine Schiller stolz ausposaunte, ihr Mann, der Herr Schiller, würde, stehe sie nackt im Bad, nach all den Jahren immer noch "spechteln". Das wollt' ich zwar echt nicht wissen, beiden sei aber ihr Glück vergönnt. Nur läuft seither meine Fantasie Amok: Wo steht die Langzeiterotik ähnlich unter Dampf? Spechtelt Herr Rosenkranz seiner Barbara nach? Eva Steiner ihrem Gusi? Das First Couple HeiFi und MarFi sich gegenseitig? Man weiß nichts Näheres, Gott sei Dank. Ich hoffe sehr, da niemals Details zu erfahren. Obwohl man sich in manchen Fällen sowieso sicher sein kann: Wenn z.B. Karl-Heinz Grasser allein mit sich im Bad ist - der spechtelt garantiert.

Heidi List

Fussball

Die Sprache des Fußballs (6) Wien ist weltweit vermutlich der einzige Ort, an dem ein englisches Fußballwort gebräuchlich ist, das "französisch" ausgesprochen wird: der "Cup", sprich "Cöp". Mit diesem Unikum will der Wiener Fußballfreund seine ganze Weltläufigkeit zum Ausdruck bringen - und scheitert dabei in Würde. Weil die Verbreitung der englischen Sprache aber auch vor Wien nicht Halt macht, ist der "Cöp" leider ebenso vom Aussterben bedroht wie der damit bezeichnete Pokalbewerb, der vom ÖFB in dieser Saison ja zugunsten der EM gestrichen wurde. Ein Coup (sprich: Coupé?), mit dem die Funktionäre vor einiger Zeit schon den Supercup gekillt haben. Auch auf europäischer Ebene wird's langsam eng: Den Cupsiegerbewerb gibt es nicht mehr, der Meistercup heißt längst Champions League. Bleibt noch der Uefa-Cup. Wobei zu dem auch in Wien komischerweise niemand Cöp sagt.

Wolfgang Kralicek


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