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Stadtleben | Florian Obkircher und Rosa Winkler-Hermaden | aus FALTER 14/08 vom 02.04.2008

GESELLSCHAFT Neonkappen, Vokuhilas und solariumbraune Gesichter sind die Zutaten für einen neuen Wiener Jugendstil: Krocha erobern derzeit die Diskotheken und Einkaufszentren der Stadt.

Freitagnacht, der Zug von Wien Richtung Baden ist voll. Auf den abgewetzten Sitzgarnituren der Wiener Lokalbahn, die sonst überarbeitete Pendler ins nahe Umland befördert, macht sich heute seltsam uniformiertes Jungvolk breit. Die sichtlich aufgekratzten Teenager tragen T-Shirts, auf denen protzig die Logos von teuren Modemarken wie D&G oder Ed Hardy prangen. Manche der Schriftzüge sind mit Glitzersteinchen verziert, andere durch übergroße, zu Schals umfunktionierte Palästinensertücher verdeckt. Die Hosen der jungen Leute sind eng und münden in hohen Turnschuhen, während ihre Vokuhila-Frisuren keck unter bunten Kappen herauslugen. Beats poltern ausgedünnt aus kleinen Handy-Lautsprechern und lassen erahnen, wohin ihre nächtliche Reise gehen soll: ins Millennium, die Großraumdiskothek am unteren


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