Beton im Blut

Vorwort | Ingrid Brodnig | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

KOMMENTAR Kaum drohen Reformen, jammern die Lehrer. Wie lange müssen wir uns das noch anhören?

Als Unterrichtsminister braucht man eine extrem hohe Frustrationstoleranz. Kaum macht man seinen Mund auf, ertönt auch schon das Nein der Lehrervertreter. Trotzdem hat Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) vergangene Woche gleich mehrere Vorschläge fürs Schulsystem vorgelegt. So soll der Bund künftig für alle Lehrer zuständig sein, darunter auch Volks- und Hauptschullehrer, die bisher Landesbedienstete waren. Das würde in der Verwaltung Kosten sparen. Schmied will außerdem, dass sich die Direktoren ihre Lehrer selbst aussuchen - und kündigen können. Beides kluge Ideen. Doch die Gewerkschaft sieht das anders.

Es scheint, als hätten die Lehrervertreter nichts als Betonieren im Sinn. Seit Jahrzehnten stellen sie sich jeder Veränderung in den Weg. In den Neunzigern wollte Wissenschaftsminister Rudolf Scholten (SPÖ) beispielsweise die Semesterschule einführen: Taferlklassler sollten nicht


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