Der Roman

Quarkquader und Lustwucht

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

Eigentlich sind die Bedingungen, unter denen der Ich-Erzähler von "Liebesbrand" seiner titelgebenden Leidenschaft nachgeht, recht komfortabel: Als Börsenmakler im Frühruhestand kann der Enddreißiger mit Bäuchlein noch einige Jahre vom flott verdienten Geld leben; auch der amourös begründete Spesenaufwand wird ihn so schnell nicht in den Ruin treiben: Nach einem Busunfall, bei dem er mit dem Leben und ein paar gebrochenen Rippen davonkommt, wird er von einer Frau mit Wasser versorgt, in die er sich - sozusagen zeitverzögert - verliebt. Ein Schmuckstück und das Autokennzeichen weisen dem Helden, der - wie Autor Feridun Zaimoglu - in Kiel lebt, den Weg nach Nienburg an der Weser, wo er Tyra, das Objekt seiner Begierde, tatsächlich ausfindig macht. Seine Avancen ("Ich will dein Geliebter sein") werden zunächst kühl abgeschmettert, und dennoch landen die beiden - auf Tyras Initiative - kurz darauf im Hotelbett.

Der ruppige Wechsel von Anziehung und Abstoßung prägt nicht nur den


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