Buch der Stunde

Das Tier in mir

Kultur | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

Nach seinem brillanten Roman "Phantomschmerz" hing der Niederländer etwas durch, aber nun hat Arnon Grünberg sich selbst übertroffen. Sein neuer Roman handelt von übertriebener Vaterliebe. Jörgen Hofmeester, Ende fünfzig, wird von seiner Frau verlassen und erzieht seine jüngste Tochter "Tirza" allein. Darin geht er völlig auf. Bis nach drei Jahren die Ehefrau plötzlich wieder vor der Tür steht. Erzählt wird aus der Perspektive des Vaters und wie neurotisch dieser verklemmte, vor dem Leben auf allen Ebenen versagende Erzähler ist, wird einem erst bei fortschreitender Lektüre klar. Und dennoch hat man ihn am Ende liebgewonnen, kann seine schräge Weltwahrnehmung, seine Besserwisserei, seine alles erdrückende Tochterliebe fast verstehen. Seit er von seinem Verlag nach dreißig Jahren als Lektor bei laufenden Bezügen freigestellt wurde, hat er kaum etwas zu tun. Sie sind froh, ihn los zu sein. So geht es fast allen mit Hofmeester. Selbst seine Tochter flüchtet in eine Essstörung,


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