Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

Il Caimano - Der Italiener Nanni Moretti, Italiens Vorzeigeautorenfilmer und linker Chronist, hat einen Film über Silvio Berlusconi gedreht. Inhalt: Bruno Bonomo (Silvio Orlando), Schundfilmproduzent im Karrierekoma, will einen Reißer über Silvio Berlusconi drehen. Beider Filme bleiben Stückwerk, in Morettis Fall zumindest teilweise absichtlich. Seine bereits 2006 in Italien angelaufene Tragikomödie häuft Erzählebenen und Tonlagen an, nimmt den TV-Mogul mit dem gelifteten Lächeln dabei auch als Medienphänomen ernst: breit satirisch und zornig jene Sequenzen, die Berlusconis Aufstieg vom dubios finanzierten Bauunternehmer zum Premierminister umreißen; bittersüß die Szenen aus Brunos längst gescheiterter Ehe, gallig-hysterisch die seiner beruflichen Demütigungen. Dazwischen fellineske Poesieschübe mit Segelschiffen und Abrissbirnen. Anstatt prismatisch den Blick zu schärfen, zeitigt das eklektische Stil-Zapping aber ein eher verwaschenes Gesamtbild. Für eine politische Abrechnung


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