Nüchtern betrachtet

Bregenz schuldet mir € 6,80

Kultur | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

Von Vorarlberg, das für die olfaktorische Wucht seines Käses und die Schönheit seiner Frauen bekannt ist, kannte ich bislang nur Dornbirn und weiß daher, dass dieser entzückende Fleck die österreichische Avantgarde in Sachen Schanigartenausstattung mit Glühpilzen darstellt. Nun hatte man mich nach Feldkirch eingeladen. In Feldkirch hat's tatsächlich eine Kirche, für ein Feld ist auch noch Platz, der Rest der Fläche wird für Buchhandlungen benötigt. Feldkirch hat die höchste BSPI (bookshop per inhabitant)-Rate des Landes. Weil ich aber genug Lesestoff für vierzehn Stunden Bahnfahrt hatte, stellte sich die Frage, was nach dem Erwerb lokalspezifischer Lebensmittel, die ich dann ohnedies wieder in der Minibar vergaß, zu tun sei. Man riet mir zu einer Fahrt in die Hauptstadt. Also löste ich am Kartenausgabeautomaten des Feldkircher Bahnhofs eine vorteilsticketermäßigte H+R-Fahrkarte zum Preis von € 6,80 und tat wie geheißen. Der Zug war voll mit blöden Jugendlichen mit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige