Hilferufe aus dem Rauchabteil

Christopher Wurmdobler | Stadtleben | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

August, August", ruft eine junge Frau monoton nach einem Angehörigen. Ihr Gesicht ist schmutzig; würde sie nicht zwischendurch grinsen, nähme man ihr die Verzweiflung fast ab. Sie stolpert zwischen Verletzten umher. Mit offenen Wunden oder notdürftig versorgt liegen sie auf dem Asphalt vor der U-Bahn-Station. Zwei Männer mit Bierflaschen, offenbar angetrunken, machen abfällige Bemerkungen. Rettungssanitäter, Notärzte, Feuerwehr und Polizei versuchen, Ordnung in das Chaos zu bekommen: "Geht es Ihnen gut?", fragen Rot-Kreuz-Mitarbeiter alle paar Minuten eine Schwangere, der es nicht gutgehen dürfte.

Aber das Chaos verläuft sowieso sehr geordnet. Vergangene Woche fand in der noch nicht eröffneten U-Bahn-Station beim Stadion eine der größten Sicherheitsübungen Wiens statt, die letzte große vor der Fußball-Europameisterschaft. 180 Sanitäter, zehn Notärzte, sechzig Feuerwehrleute und 150 Polizisten waren im Einsatz, Rettungswagen, Blaulicht und Lazarett - das volle Programm.

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