Kein Rabenkind

Stadtleben | Marianne Schreck | aus FALTER 15/08 vom 09.04.2008

KINDER Sind Leute, die ihren Nachwuchs tagsüber in der Krippe abgeben, Rabeneltern? Vitus, ein fremdbetreutes Kleinkind, findet das wohl nicht.

Fast 18 Monate ist Vitus alt, ein quirliger kleiner Kerl mit lustigen Augen und Stupsnase. Er tapst in sein Kinderzimmer und blickt auffordernd zur Mama. Seit er ein Jahr alt ist, geht er in eine städtische Kinderkrippe im 14. Bezirk, die Betreuung von null bis drei anbietet. Vitus ist der Jüngste in der "Kinderstube" und genießt den Sonderstatus als Nesthäkchen. "Mittlerweile traut er sich schon mehr", sagt Ivana Mirek, seine Mutter. Sie und ihr Lebensgefährte sind Architekten, die Büros und die Kinderkrippe liegen nicht weit von der Wohnung entfernt. "Was helfen pädagogisch wertvolle Konzepte, wenn ich dadurch länger fahren muss und weniger Zeit mit meinem Sohn verbringen kann?" sagt Mirek. Als Kind kam sie selbst früh in eine städtische Betreuungseinrichtung und hat nur positive Erinnerungen. "Vielleicht habe ich dadurch weniger Berührungsängste


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige