Fräulein Schmieds Gespür für Ärger

Politik | Ingrid Brodnig und Barbara Tóth | aus FALTER 16/08 vom 16.04.2008

PORTRÄT Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat große Pläne, aber wenig Macht. Sie soll Österreichs Schulen reformieren - und steht sich dabei auch selbst im Weg.

Das neue Gesichtspuder von Shiseido liegt noch verpackt auf Claudia Schmieds Schreibtisch. Ihr Laptop, ein handlicher Sony Vaio, ruht auf dem stählernen Sideboard dahinter. Der Arbeitsplatz der Ministerin ist vollkommen aufgeräumt. Er wirkt so perfektionistisch wie der gesamte Raum: das Blumenarrangement aus stacheligen, aber gleichzeitig anmutigen Agavenblättern; die kreisförmig angeordneten Sessel von verschiedenen Designern. Unterrichtsministerin Schmied hat den düsteren Ministerialbarock ihrer konservativen Vorgängerin Elisabeth Gehrer gegen eine modisch-zeitgenössische Büroinstallation getauscht. Ließe sich Österreichs Bildungslandschaft bloß genauso leicht entrümpeln wie ihr Büro, wird sich Schmied wohl manchmal denken, wenn sie von ihrem Stahlrohrsessel auf das schwarz gepolsterte Mies-van-der-Rohe-Tagesbett


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