Für Bus und Führer

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 16/08 vom 16.04.2008

Bezirke Ein Wehrmachtskämpfer bekommt seine Gasse, die Widerstandskämpferin Rosa Jochmann nicht.

Er war Träger des "silbernen Pioniersturmabzeichens, des Panzervernichtungsabzeichens, des Verwundetenabzeichens, der Medaille Winterschlacht im Osten und der Medaille Besetzung Böhmen und Mähren." So stand es zumindest auf seinem Partezettel.

Zwei Jahre nach seinem Tod bekommt Ludwig Richard, Gründer der gleichnamigen Busflotte, eine weitere Auszeichnung: Der Bezirksrat Brigittenau beschloss vor kurzem, eine Gasse nach Richard zu benennen. Dem Vorschlag der Grünen, der Widerstandskämpferin und sozialdemokratischen Politikerin Rosa Jochmann, die im 20. Bezirk geboren wurde und dort auch in die Schule ging, eine Straße zu widmen, stimmte die SPÖ nicht zu. Dabei wurde Jochmann 1940 ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, aus dem sie russische Truppen 1945 befreiten. Wieso kriegt ein Panzervernichter Hitlers im Gedenkjahr 2008 eine Gasse, eine Kämpferin gegen den Nationalsozialismus


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