Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 16/08 vom 16.04.2008

Die Welt ist tendenziell ein beunruhigender Ort, die meisten Leute sind eine Zumutung und der Großteil neuer Fernsehsendungen ist ein Irrtum: Mit dieser gesunden Einstellung kann dir als TV-Kolumnistin nicht viel passieren. Wenn du nicht den Fehler machst, in einem Anfall von Zweckoptimismus eine Sendung raufzuschreiben, die dir vom Konzept her sympathisch erscheint. So ein Fehlgriff passierte mir mit "Wild Cooking" (Sa, ORF 1, 18.15 Uhr). Vor lauter Hoffnung auf eine Kochshow, die endlich einmal flott und uneitel daherkommt, lobte ich das Format mit den zwei jungen Köchen Denise Amann und Bernie Rieder, die irgendwelchen Leuten daheim zeigen, wie korrektes Braten geht, schon im Voraus. Doch nach den ersten beiden Folgen ist klar: das wird nichts. Das Ganze kann sich nicht entscheiden, ob es ein Unterhaltungs- oder Erklärungsding sein will - es gibt also keinen Spaß und kaum Informationswert für Leute, die wirklich was lernen wollen. Rieder stellt sich als Showkoch langweilig an, Amann besticht durch dauernde Tantenratschläge: Was tun bei Verbrennungen? Danke, "Help-TV" haben wir schon.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige