Ausstieg Arktis


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 16/08 vom 16.04.2008

REZENSION In "Weiß", dem Romandes Popmusikers Hans Platzgumer, flieht ein zivilisationsmüder Frankfurter ins ewige Eis.

Österreichische Romanciers neigen, so scheint es, ein wenig zum Extremismus der letzten Welten: Raoul Schrott schickt seine Protagonisten gerne in die Wüste oder auf die weitest vom Festland entfernte Insel ("Tristan da Cunha", 2003); Christoph Ransmayr lässt ein Brüderpaar auf der Suche nach einem unentdeckten Berg im Transhimalaya herumkraxeln ("Der fliegende Berg", 2006); und Thomas Glavinic entvölkert Wien, damit sein einsamer Held darin langsam dem Irrsinn verfallen kann ("Die Arbeit der Nacht", 2006).

Der bislang vor allem als Musiker (HP Zinker, Queen of Japan, HP.Stonji) bekannte Tiroler Hans Platzgumer hatte sich schon 2005 auf eine Reise aufgemacht ("Expedition. Die Reise eines Undergroundmusikers in 540 KB"). Nun begeben sich er und der Protagonist seines Romans "Weiß" in jenen nördlichsten Zipfel Eurasiens, in dem schon Ransmayr "Die Schrecken des Eises

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