Spielplan

Kultur | Hermann Götz | aus FALTER 16/08 vom 16.04.2008

Sophokles' "Antigone" ist eine Art dramatischer Ur-Text. Am Schauspielhaus ist der Stoff bereits gut eingeführt. In Kooperation mit dem steirischen herbst gab's Gerhild Steinbuchs Antigone-Annäherung "Verschwinden oder die Nacht wird abgeschafft", auf der Probebühne war die Vorgeschichte zu sehen: "Oedipus". Nun führt die Intendantin selbst Regie, als Kreon steht Gast Götz Argus auf der Bühne (bis 28.6.). Der trägt die unverblümt tragische Inszenierung, ohne dabei seine überzeugenden Bühnengegner Caroline Eichhorst (Antigone) und Dominik Maringer (Haimon) an die Wand zu spielen.

Indem Anna Badora den Chor mit Menschen aus 14 verschiedenen Ländern besetzt, zeigt sie, warum die Entscheidung zwischen Staatsräson und menschlichen Werten, die Sophokles diskutiert, noch heute Relevanz hat: Die Sturheit, mit der König Kreon sich wider alle Menschlichkeit in genau jenes Gesetz verbeißt, das er selbst erlassen hat, erinnert schon sehr an, sagen wir mal, einen Innenminister. Womit jedoch


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