In der Edelweißstellung

Kultur | Herwig G. Höller | aus FALTER 16/08 vom 16.04.2008

ZEITGESCHICHTE Ein Beitrag zum Gedenkjahr 1938? In Schloss Trautenfels zeigt das Joanneum auf skandalöse Weise Nazikunst.

Man will es im Jahr 2008 eigentlich nicht glauben und wähnt sich eher in den frühen Sechzigerjahren, als ÖVP-Kulturpolitiker Hanns Koren noch aus wahltaktischen Gründen mit den Ewiggestrigen liebäugelte. Denn gleich im ersten Raum jener umfangreichen Einzelausstellung "Spiegelbilder", die dem Ennstaler Landschaftsmaler Emmerich Millim (1909-1971) im zum Joanneum gehörigen Landschaftsmuseum Schloss Trautenfels gewidmet ist, wird zunächst - und ohne kritische Distanz - eine Personale aus 1943 in der Grazer Neuen Galerie abgefeiert. Millim war damals Wehrmachtssoldat im hohen Norden, seine idyllischen Front-Landschaftsbilder begeisterten das gleichgeschaltene Kunstestablishment. Neben gefälliger wie realistischer Landschaftsmalerei, die etwa Millims Lieblingsberg, den Kleinen Buchstein, zeigt, präsentieren die Kuratoren dort auch ein Bild mit adrett in der Alpenlandschaft


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