Rechts von Rom


Raimund Löw

Vorwort | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

AUSLAND Mit dem Abschied der kommunistischen Abgeordneten aus dem römischen Parlament beginnt eine neue Ära für Europa.

Die Kommunistische Partei Italiens (KPI) nahm stets einen besonderen Platz im Herzen der europäischen Linken ein. Von "Unita"-Festen, volksnah, bunt und hochpolitisch zugleich, schwärmten auch Besucher aus dem langweilig sozialdemokratischen Norden. Um aus vollem Hals "Bandiera rossa" zu singen, musste man kein Wort Italienisch verstehen. Eine volkstümliche Tradition der Solidarität von unten gegen die da oben, darum beneideten Linke aus allen Teilen des Kontinents die italienischen Genossen. So wie das Rote Wien in der Zwischenkriegszeit wurde Bologna zum Mekka fortschrittlicher Kommunalpolitik. Sogar Hammer und Sichel schienen unter der italienischen Sonne lebensfrohe Symbole zu sein, ganz anders als bei den bürokratisch erstarrten Bruderparteien oder gar auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs.

Diese Ausstrahlung hatte viel mit Geschichte zu tun. Antonio Gramsci,

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