Dolm der Woche

Wolfgang Fellner

Politik | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

Zwei kurze Sekunden durfte man glauben, Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner wäre ein besserer Mensch geworden. Dass aus WoFe in reifem Alter doch noch ein Zeitungsherausgeber werden könnte, der nicht für jede Sensation besonders tief in den Dreck greift. Auf zwei Seiten berichtete Österreich am Samstag sachlich über den Natascha-Kampusch-Skandal und wie höchstpersönliche Informationen aus dem Polizeibericht an das Gratisblatt heute gelangen konnten. Dann kam Seite drei. Dort erzählte Österreich genauso widerlich wie heute jedes intime Detail aus dem Kampusch-Akt nach. Und ganz zum Schluss, nachdem Österreich das Schicksal der jungen Frau breit ausgewälzt hatte, stand zu lesen: "Aus Rücksichtnahme auf die Persönlichkeitsrechte von Frau Kampusch verzichtet ÖSTERREICH darauf, aus dem Ermittlungsakt zu zitieren oder Teile daraus abzubilden." Es waren eben nur zwei kurze Sekunden.


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