Unter dem Tiefpunkt

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

AFFÄRE Politiker fordern nach dem Aktenverrat im Fall Kampusch härtere Strafen für den enthemmten Boulevard.

Unmittelbar nachdem Natascha Kampusch vor Wolfgang Priklopil geflohen war, vertraute sie sich einer Polizistin und einem Arzt an. Kein Unbefugter sollte über diese Gespräche einer Traumatisierten etwas erfahren. Schon gar nicht Heute-Chefredakteur Richard Schmitt oder seine Herausgeberin Eva Dichand.

Fast zwei Jahre blieben die Protokolle im Tresor des Straflandesgerichts. Ende März wanderte die Kampusch-Akte ins Parlament - zum U-Ausschuss. Dessen Politiker wollten prüfen, ob es zu Pannen im Fall Kampusch und zu Geheimnisverrat im Innenministerium gekommen war. Nun stehen die Parlamentarier selbst im Verdacht, Daten verraten zu haben: Vergangene Woche verbreitete Heute intimste Details aus dem Entführungsgfall. Ein Heute-Redakteur insinuierte einen Ermittlungsskandal, um über das Intimleben der Frau zu berichten.

"Von einer Schweinerei der Sonderklasse" spricht ein Staatsanwalt.


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