Stimmen aus dem Untergrund

Politik | Doris Lippitsch/Sarajevo | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

BOSNIEN Wien feiert die "Sarajevo-Tage". Die Stadt ist noch heute vom Krieg zerrüttet.

Im Underground trifft man einander nachts. Das Lokal ist der Schauraum einer Schule für angewandte Kunst. Scheue Blicke und stolze Mienen, viel Lippenrot. Die Stimmung ist ausgelassen, aber auch ernst. Drina-Nebelwolken umhüllen die Arbeiten in Sfumato. Die beliebte Zigarettenmarke Drina ist nach dem Grenzfluss zwischen Serbien und Bosnien benannt. In Sarajevo sind Räume und Menschen noch spürbar mit Geschichte belastet.

Auch Tijana, eine junge Bosnierin, sitzt im Underground. Ihre Mutter ist Journalistin. Weil sie wegen ihrer engagierten Arbeit bedroht wurde, schreibt sie heute für unkritische Medien. Das sei sicherer, und wer lebe nicht gerne? Auch Tijana arbeitet als Journalistin. Sie redet gegen die laute Musik an, erzählt von ihrem Vater, der Aufzeichnungen gemacht habe. Er, der nie geschrieben hat, notierte auf jeder möglichen Unterlage. Allerdings in einer Ausnahmesituation, in den Jahren


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