Das Album

Tanzende Rebellin

Kultur | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

Ihr Debüt hat Gustav alias Eva Jantschitsch 2004 mit einem wortgewaltigen Politsong eröffnet, der im Titel die Bürgerrechtshymne "We Shall Overcome" zitiert. Inhaltlich reflektiert die Wiener Elektro-Chanteuse darin aus linker, feministischer Sicht das Leben zwischen Prekariat und den Heilsversprechungen der bunten Warenwelt. Auch Gustavs neues Album "Verlass die Stadt" beginnt mit einem Ohrwurm. Die Rebellin scheint aber müde zu sein: "Ich habe beschlossen, ich gehe konform. Ich stelle mich richtig, entspreche der Norm", singt sie in "Abgesang" - und tänzelt selbstvergessen aus der Kampfzone. Die Fährte aber, die sie legt, könnte falscher nicht sein. "Abgesang" ist bereits 2001 als erster Gustav-Song überhaupt entstanden - als bitterer Kommentar zur damaligen blau-schwarzen Regierung. Er stellt also keine Abkehr von "We Shall Overcome" dar, sondern dessen Ausgangspunkt.

Mit den neun Liedern auf "Verlass die Stadt" - drei davon englisch-, der Rest deutschsprachig - knüpft Jantschitsch


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