Trickreicher Slapstick

Gerhard Midding | Kultur | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

FILM Ein Programm mit Kurzfilmen aus den Jahren 1926/27 ermöglicht die Wiederentdeckung des vergessenen Komikers Charley Bowers (1889-1946).

In der Slapstickkomödie hängt die Frage der Identität von den richtigen Requisiten ab. Buster Keaton hatte seinen unverwechselbaren Hut, Charlie Chaplin seinen Spazierstock, und Charley Bowers griff auf ein ganzes Arsenal tückischer Objekte zurück. Es gebrach ihm zwar am Raffinement und der melancholischen Anmut der großen Stummfilmkomiker, dennoch gelang es ihm, einen eigenen Leinwandcharakter zu begründen. "Bricolo", der Bastler, Tüftler, hieß seine Kinofigur in Frankreich. Während Keatons Komik darauf zielt, die Tücke des Objekts zu beherrschen, ist diese Tücke bei Bowers meist selbst geschaffen. Ob er nun einen Apparat zur Herstellung unzerbrechlicher Eier ("Egged on") oder eine universale Küchenmaschine ("A Wild Roomer") konstruiert - stets sind seine Erfindungen als gesellschaftliche Bewährungsprobe angelegt, deren Erfolg mit der

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