"Ein Pakt mit der Fremde"

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

EXILLITERATUR Die neuaufgelegten Memoiren von Hans Sahl beschreiben das bewegte Leben eines Emigranten, der sich als abtrünniger Linker in doppeltem Sinne im Exil befand.

Nein, ich will keine Memoiren schreiben. Ich bin kein General im Ruhestand, der seinen verlorenen Schlachten eine eiserne Träne nachweint, keine alternde Schauspielerin, die aus Mangel an Beschäftigung sich einer Zeit erinnert, in der die dramatischen Auftritte vorwiegend im Schlafzimmer stattfanden."

Dass Hans Sahl - 1902 als Sohn eines Bankiers in Dresden geboren, 1993, nach Jahrzehnten im New Yorker Exil, in Tübingen verstorben - es dann aber doch getan hat, ist ein Glücksfall, gehört sein zweiteiliges Erinnerungsbuch "Memoiren eines Moralisten" (1983) und "Das Exil im Exil" (1990) doch zweifellos zu den interessantesten dieses Genres. Der schöne Doppelband ist nun, als Auftakt einer vierbändigen Werkausgabe, bei Luchterhand neuaufgelegt worden, eine seltene verlegerische Beharrlichkeit, die man kaum hoch genug


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