Buch der Stunde

Calabresi e Pinelli

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 17/08 vom 23.04.2008

Der italienische Journalist Mario Calabresi hat ein Buch über seinen Vater geschrieben: Luigi Calabresi war ein Mailänder Polizeikommissar, der 1972 ermordet wurde, als er in sein Auto steigen wollte, das dem Buch nun den Namen gibt: "Der blaue Cinquecento". "Calabresi assassino" ist einer der bekanntesten Slogans des italienischen roten Jahrzehnts. Warum galt das Mordopfer als Mörder? Calabresi ermittelte gegen die Täter eines Bombenanschlags auf eine Bank im Zentrum von Mailand, bei dem 1969 16 Menschen ums Leben kamen. Zahlreiche linke Aktivisten wurden festgenommen, obwohl die Tat einen rechtsradikalen Hintergrund hatte. Spektakuläre Anschläge sollten die Bevölkerung verunsichern und den Ruf nach einem autoritären Staat laut werden lassen. Während eines Verhörs stürzte der Anarchist Giuseppe Pinelli aus dem Fenster und starb. Dario Fo verarbeitete den Stoff übrigens in dem Stück "Zufälliger Tod eines Anarchisten". Obwohl sich Calabresi zu diesem Zeitpunkt nicht im Zimmer


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