Hero der Woche

Karl Korinek

Politik | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Es gibt nur wenige unabhängige Richter, die die schwierige Gratwanderung zwischen politischem Aktivismus (böse) und gesellschaftspolitischem Engagement (gut) schaffen. Der Wiener Rechtsprofessor Karl Korinek ist so ein Jurist. Bald tritt der Präsident des Verfassungsgerichtshofs ab - und er gewährt dieser Tage launige und kritische Interviews, die ihn noch sympathischer machen. Einmal kritisiert er das unverständliche heimische Asylrecht, dann erzählt er von seinem Wunsch, in der Oper zu sterben. Wie kaum ein anderer verkörpert Korinek einen konservativen Citoyen, der sich in öffentliche Debatten einmischt, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren. Er mahnte (vielleicht manchmal auch zu schrill) vor dem Überwachungsstaat und der Demontage des Rechtsstaats, etwa in Kärnten, und er blieb dabei stets, was er per Verfassung sein sollte: der Hüter der Gesetze.


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