Kälteschock im Paradies

Politik | Robert Misik | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

WIRTSCHAFT Weil US-Hausbesitzer ihre Kredite nicht bezahlen können, befindet sich Islands Ökonomie im freien Fall. Das Land ist das erste nationale Opfer der Finanzkrise.

Island ist nicht Eden. Aber im Vergleich mit den meisten anderen Plätzen auf diesem Globus kommt die westlich von Grönland gelegene Atlantikinsel dem Paradies verdammt nahe. 300.000 Menschen leben hier, das Pro-Kopf-Einkommen liegt über dem der USA. Nirgendwo auf der Welt leben die Menschen länger. Kein anderes Land hat eine niedrigere Analphabetenrate. Es führt den "Human-Developement-Index" der Uno an. Als wäre das nicht genug, erlebte der kleine Inselstaat in den vergangenen zehn Jahren auch noch einen phänomenalen wirtschaftlichen Aufstieg. Jahr für Jahr betrug das Wirtschaftswachstum rund vier Prozent. Und wegen des Klimawandels friert man auch weniger.

Aber jetzt scheint es aus zu sein mit dem isländischen Wunder - und zwar deshalb, weil Hausbesitzer weit weg in den USA, in Miami, San Diego oder sonst wo


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