Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Manche Familien brauchen gar nicht miteinander zu reden. Die erfahren auch so, was der eine vom anderen denkt. Hans Dichand zum Beispiel. Nein, der greift nicht zum Telefonhörer, um seiner Schwiegertochter Eva Dichand, Herausgeberin der Gratiszeitung Heute, zu sagen, was er von der Veröffentlichung intimer Details aus dem Natascha-Kampusch-Akt in ihrem Blatt hält. Nein, der Krone-Chef geht lieber "auf eine Melange" im Heute-Hochglanz-Schwesterblatt Live. "Es ist illusorisch zu glauben, dass die Details nie bekannt werden", erklärt der alte Dichand der Zeitung der jungen Dichand und lässt die Leser nebenbei auch noch an seinem Fachwissen als Hobby-Psychologe teilhaben. "Mir war klar, dass zwischen ihr und dem Entführer eine sexuelle Beziehung entstanden war. Das ergibt sich zwangsläufig, wenn ein junges Mädchen von einem Perversen festgehalten wird, der es auf sie abgesehen hat und es überleben will", weiß der Krone-Boss. Und wir wollen es gar nicht so genau wissen. Wie wär's wenn sich die Dichands ihre Melange beim nächsten Mal ganz privat genehmigen würden?


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