Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Rainhard Fendrich ist ein armer Hund. Einst wurde er als Austropop-Star gefeiert, er war weltberühmt in Österreich und hatte eine strenge blonde Ehefrau, die ihn super managte. Nach Scheidung plus blödem Koks-Ausrutscher ist er heute ein abgeräumter alternder Musikus, er trägt eine noch schlimmere Frisur als früher und hat eine junge blonde Freundin, die anscheinend nicht so scharf aufs Heiraten ist. Und Fendrichs schlimmste Niederlage - er moderiert dieses unsägliche "Sing and Win!" (ATV, Di. 20.15 Uhr), die deutschsprachige Adaption des US-Formats "Don't forget the lyrics". Bei dieser Karaoke-Show für Arme brauchen die Kandidaten erst gar nicht möglichst richtig zu singen, sie müssen nur die Texte der Songs wissen, damit kann man natürlich Geld gewinnen. Lustige Bauern, die U2 grölen, flotte Sekretärinnen, die auf Madonna machen - und dazwischen Rainhard Fendrich, der zwischendurch etwas sehr Gequältes an sich hat. Am härtesten wird es aber dann, wenn die Möchtegernsänger einen alten Fendrich-Hadern jaulen - und er selbst miteinstimmt. Eine österreichische Tragödie.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige