Kommentar

Ägyptomanie: echt tot?

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Die Konsumentenschützer können beruhigt sein: Die gezeigten Objekte in der Schau "Tutanchamun und die Welt der Pharaonen" im Völkerkundemuseum (siehe Seite 24) sind echt. Zwar hieß es erst, der Versicherungswert der Ausstellung betrage lediglich 400.000 Euro, dann wurden daraus 350 Millionen. Und auch die Inszenierung der Pharaonenkunst ist so trashig, dass man an der Echtheit der Exponate zweifeln könnte. Der Investor Arts & Exhibition International (AEI) hatte wohl noch den Erfolg seiner Ausstellung "Diana: A Celebration" über die tödlich verunglückte Prinzessin im Kopf, als er daranging, die Geschichte des Teenagerkönigs zu erzählen.

Der Ausstellungsplot biedert sich an die Legende jung verstorbener Celebrities an; eine Prise Indiana Jones sorgt für Schatzgräberstimmung in der Schau. Der Unfallwagen Dianas ist in der Gedächtnisausstellung, die derzeit in Sydney läuft, ebenso wenig zu sehen wie Tuts reich bemalter Sarg in Wien, immerhin. Nicht nur dem britischen Kritiker


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