Tutanchamun

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

KUNST Tutanchamun ist ein echter Goldjunge - so ließen sich die (fast ganz echten) Hieroglyphen oben übersetzen. Überall, wo sein Grabschatz auftaucht, sorgt er für klingelnde Kassen. Nur in Wien hält sich der Andrang in Grenzen. Eine Recherche über das nekrophile Wesen von Blockbusterausstellungen.

Am Heldenplatz vor der Hofburg ist immer was los. Am Nationalfeiertag stehen hier die Panzer des Bundesheers, anlässlich der Luxusmesse Limousinen. Beinahe wöchentlich werden Tribünen und Zelte auf- und abgebaut. Mal findet ein Erntedankfest statt, dann wieder eine Demonstration gegen Genmais. Nur einige pyramidenförmige Zelte vor dem Völkerkundemuseum werden schon seit Wochen nicht weggeräumt. Sie sollen die Besuchermassen aufnehmen, die zur Blockbusterausstellung "Tutanchamun und die Welt der Pharaonen" kommen. Besser gesagt: aufnehmen würden, wenn sie kämen. Meist sind die Zelte leer und die Bänder, die die Besucherschlange in Bahnen lenken sollten, überflüssig; selten stauen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige