Ägypten in Wien

Papyri, Mumien und Beamte

Kultur | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Ich habe mich nicht aufgeblasen", lautet die an die Gottheit O-Neheb-Nefert gerichtete Beschwörungsformel aus einem altägyptischen Totenbuch im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek (1., Heldenplatz). In einem Kellerraum sind einige der 180.000 aus Ägypten stammenden Schriftstücke zu sehen, die vom heißen Wüstensand konserviert wurden. Die Leiterin Cornelia Römer nennt die kleine Einrichtung ein Museum der Kulturen, wurde in Ägypten doch nicht nur hieroglyphisch, sondern auch altgriechisch, arabisch und in zahlreichen anderen Sprachen geschrieben. Briefe, Zaubertexte und Rezepte erzählen von 3000 Jahren Leben am Nil. Dem Museum steht nur ein kleines Ausstellungsbudget zur Verfügung. Mehr schlecht als recht wurde für die aktuelle Ausstellung über spätantike Bibliotheken eine Klosterzelle nachgebaut. Die Altphilologin Römer nimmt es mit Humor. "Ich dachte nicht, dass ich den Flokatiteppich aus meiner WG noch einmal gebrauchen kann." Mit bescheidenen Mitteln


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