Buch der Stunde

Absturz für alle!

Kultur | Fritz Betz | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Schon das Reality-TV liefert mit den medial inszenierten Geschicken von Auswandererfamilien oder Besuchen des Schuldnerberaters Befunde einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Krise. Tatsächlich handle es sich bei dieser – so die Ausgangsthese des Soziologen Heinz Bude in „Die Ausgeschlossenen“ – aber nicht mehr um Fragen sozialer Ungleichheit, die immer schon ein Hauptthema der Soziologie waren, sondern um das Phänomen eines großflächigen gesellschaftlichen Ausschlusses. Dieser bedroht etwa 30 Prozent der Deutschen: Kids ohne Hauptschulabschluss, Arbeitslose, Hartz-IV-Klientel oder Scheinselbstständige. Weder traditionelle wohlfahrtsstaatliche Maßnahmen noch die Marktkräfte sind in der Lage, eine Desintegration solchen Ausmaßes zu bewältigen.

Wenn wissensbasierte und dienstleistungsorientierte Facharbeit zum Normalmodell wird, bleiben die Verweigerer des Bildungssystems auf der Strecke. Die „totale Mobilisierung des Arbeitsvermögens“ auf den Märkten sorgt aber dafür,


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