Das Ende ist nah. Das Ende ist da.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

LITERATUR Als "Buch zum Film" nun nachgereicht: Cormac McCarthys finster leuchtender Roman "Kein Land für alte Männer".

Solange Bells ermüdend langatmige Monologe am Boden des Schneideraums enden, kann man sich, Kein Land für alte Männer' gut auf der großen Leinwand vorstellen", urteilte der Rezensent der New York Times, als der Roman vor drei Jahren im Original erschien. Genau so ist es bekanntlich auch gekommen: Die Gebrüder Coen haben sich bei ihrer kongenialen, oscarprämierten Adaption zwar notgedrungen an diesen Ratschlag gehalten, ansonsten aber hohe Werktreue walten lassen.

Sieht man von den zum Ende hin immer breiter werdenden Monologen von Sheriff Bell ab (im Film dargestellt von Tommy Lee Jones), erinnert der im Jahr 1980 angesiedelte Roman mitunter tatsächlich an ein Drehbuch. Das liegt zum einen an den zahlreichen Dialogen, die McCarthy meisterhaft beherrscht: Zwischen rhetorischem Leerlauf und bedrohlichem Andeutungsreichtum, saloppem Sarkasmus und metaphysischer Aufgeladenheit


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