Nüchtern betrachtet

Ich bin die letzte böse Oma

Kultur | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Vorgestern hatte ich noch Ambitionen. Dann kam Dusini. Jetzt sind meine ursprünglichen Werkseinstellungen wieder hergestellt. Ist aber vielleicht eh besser so. Womöglich hätte ich mich verrannt und leichtsinnig das bisschen Coolness-Bonus verfeuert, über das ich noch verfüge. Dabei hätte ich sogar den Titel schon gehabt: "Wie wir einander begegnen". Der Artikel, der eventuell sogar zart ins Essayistische gelappt wäre, hätte die These verfochten, dass all das, was man früher unter dem knasterbärtigen Begriff des "guten Benehmens" oder der später zum "Respekt" hiphopifizierten "Höflichkeit" rubriziert hat, nicht bloß schnödblöde Konvention sei, sondern ein Gefäß darstelle, in das man Kultur gießt, damit diese nicht sofort versickert. Aber immer, wenn es Nacht wird in mir, steht Dusini da wie der Erleuchtete im Trainingsanzug und ist bester Dinge. "Matthias, sehen Sie nicht? Das Eis der Zivilisation - es schmilzt dahin!!", rufe ich entsetzt, aber Dusini sagt nur: "Schönwetter


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