Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

Sex

Talk Frauenrunde. Man unterhielt sich über den möglichen Blödsinn, der so beim Sex geredet wird. Abseits der von den Medien kolportierten "Ja, ja, Baby, mach's mir"-Sager gibt's allerhand Interessantes, was einem verbal entkommen kann. Eine erzählte von ihrem Partner, der die ersten paar Male Sex recht eintönig mit den Worten "Ärgstens! Ärgstens!" zu untermalen verstand. Und als es vorbei war, gab's noch ein "Na, ärgstens" als Nachschlag. Es kostete sie einiges an sensiblen Gesprächen, um ihn dazu zu bringen, das zu unterlassen. Lieblingsgeschichte des Abends war folgende Begebenheit, die eine Bekannte über ihre Urlaubsliaison zu berichten hatte. Der beendete den Akt jedes Mal mit dem Stoßseufzer: "Danke, Daniela." Wäre kein Problem gewesen, hätte sie nur Daniela geheißen. Schön war auch die Geschichte, als der One-Night-Stand von einer fragte: "Und, hat es der Mutti auch gefallen?" Sie gab ihm noch einmal die Brust - und sah ihn dann nie mehr wieder.

Heidi List

Fussball

Die Sprache des Fußballs (9) Es gibt Fußballwörter, bei denen man seinen Ohren nicht traut. Springt einem Spieler bei der Annahme der Ball weg, spricht man allen Ernstes von einem "Stockfehler". Wenn das Wort in einer Fernsehübertragung fiel, besserte ich es im Kopf jahrelang automatisch auf "Stoppfehler" aus, was ja auch der passendere Begriff wäre. Tatsächlich kommt der Stockfehler aus dem Landhockey, jener seltsamen Sportart, bei der die Spieler gebückt über den Platz laufen müssen, weil ihre Schläger (bzw. Stöcke) so kurz sind. Im Hockey spricht man von einem Stockfehler, wenn der Ball nicht mit der flachen Seite des Schlägers gespielt wird; er wird mit einem Freistopp geahndet. Wann, wie und warum es Stockfehler in eine Sportart verschlagen hat, in der es gar keinen Stock gibt, erscheint rätselhaft. Obwohl die Einführung von Freistößen für grobe Stoppfehler ernsthaft zu erwägen wäre.

Wolfgang Kralicek


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