Schlimt, Kliele, Schokoschka

Stadtleben | Jan Tabor | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

ARCHITEKTUR Das Praterentree zeigt den seltsamen Bauhumor der Wiener Sozialdemokratie.

Blass, offensichtlich unter einem erheblichen ästhetischen Schock stehend, erschien Wolf D. Prix auf dem Fernsehschirm und rang um ein passendes Wort. Um den richtigen Begriff für das, was im Hintergrund zu sehen war. Und was er für die Zuschauer der ORF-Nachrichten anlässlich der bevorstehenden Eröffnung fachmännisch kommentieren sollte: den neuen Eingang in den Volksprater. Das Prater-Schönbrunn.

Dem eloquenten, um avantgardistischen Sarkasmus nie verlegenen Architekturprofessor hatte es die Sprache verschlagen. Verlegen und doch pflichtbewusst murmelte er, dass es ja in Wien so viele junge talentierte Architekten gäbe, die spielend und auf höchstem Niveau mit so einem interessanten Thema wie einem zeitgemäßen Vergnügungspark fertig geworden wären. Hätte man sie bloß beauftragt. Dann stieß er erleichtert, mit seiner Wortwahl aber nicht restlos einverstanden, das Wort doch noch heraus:


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