Chef, draußen sitzt der Siebeck

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

GENUSS Wolfram Siebeck, als Gourmetfeuilletonist der "Zeit" kulinarischer Meinungsbildner, bekam in Wien das goldene Verdienstzeichen verliehen. Nachher ging er essen.

Wolfram Siebeck darauf zu beschränken, dass er der wahrscheinlich weltweit längstgediente Gourmetschreiber und Lokalkritiker ist, trifft die Sache nicht wirklich. Denn auch wenn er Kritiken schreibt und sich Gastronomen seit Jahrzehnten vor ihm fürchten, ist Wolfram Siebeck irgendwie mehr als einfach nur Kritiker: Er ist ein Faktor, ist Bestandteil der kulinarischen Nachkriegsgeschichte Deutschlands (und ein kleines bisschen auch Österreichs), sein Name ist eine Marke: "Siebeck", das stand in den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren für einen gewissen Lifestyle, für die Emanzipation vom Terrorregime der Hausmannskost, für die Entdeckung der Aromen, des Geschmacks und der Produktqualität auf heimischen Märkten, für frische Kräuter und gutes Öl, für den Kampf am heimischen Herd und im häuslichen Kühlschrank


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