Musik im Indikativ

Carsten Fastner | Extra | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

WOLFGANG RIHM Eine Stunde extreme Kammermusik: In seiner frühen Kammeroper "Jakob Lenz" schildert Wolfgang Rihm ein tragisches Künstlerschicksal.

Man glaubt es kaum, aber vor dreißig Jahren waren diese Sätze in der Musikwelt tatsächlich noch eine Provokation: "Ich will bewegen und bewegt sein. Alles an Musik ist pathetisch. Eines ist mir unumgänglich: direkte Rede, ich muss künstlerisch im Indikativ reden können. Für mich wird immer klarer, dass ich nicht komponiere, indem ich disponiere, sondern dass ich Zustände von Musik selbst ausdrücke, wenn ich etwas aufschreibe. Nicht etwas, das bereitsteht und über das ich verfüge, sondern etwas, dem ich ausgeliefert bin."

Mit dieser heute so selbstverständlich wirkenden Charakterisierung seiner ästhetischen Vorstellungen sorgte Wolfgang Rihm, 1952 in Karlsruhe geboren, Mitte der Siebzigerjahre für einiges Aufsehen. Sein Bekenntnis zu direkter Klangrede und unmittelbarem Ausdruck, zu Kommunikation, Emotion und unumwundener Subjektivität

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