Die alte Unmittelbarkeit

Extra | Michael Omasta | aus FALTER 18/08 vom 30.04.2008

FILM Die Festwochen-Retrospektive im Filmmuseum zeigt herausragende Beispiele des "Direct Cinema" aus den Sixties.

Richard Leacock war Kriegsfotograf in Burma, Kameramann in Hollywood, überzeugter Kommunist. Dokumentarfilme, die zum Großteil an der Schreibmaschine und im Schneideraum entstanden, hat der heute 87-jährige US-Filmemacher seit jeher gehasst. Anfang der Sechzigerjahre, mit der Entwicklung moderner, tragbarer 16-mm-Kameras mit Direkttonaufnahme, prägte er den Begriff des "Direct Cinema". Die neue Technik bestimmte dessen Form, maximale Mobilität und minimale Einflussnahme dessen Inhalte. "Wir experimentierten mit Dingen, die nie zuvor auch nur im Entferntesten möglich gewesen waren", erinnerte sich Leacock in einem Gespräch mit dem Falter. "Alle Spielregeln waren völlig neu. Dazu gab es ein sehr willkürliches Regelsystem, das wir uns selbst auferlegten: Niemals jemanden bitten, irgendetwas zu tun. Niemals irgendjemanden interviewen. Niemals zusätzliche Musik verwenden.


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