Der Reiz des Neuen

Carsten Fastner | Extra | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

OPERN DER ZUKUNFT Die Grazer Oper und die Universität für Musik und darstellende Kunst zeigen einen Ausweg aus der Routine des Musiktheaterbetriebs.

Ganze elf Anläufe hat selbst Wolfgang Amadé Mozart gebraucht, ehe ihm 1781, im Alter von 25 Jahren, mit dem "Idomeneo" sein erster wahrhaft großer Wurf für die Opernbühne gelang. Und so sehr sich in früheren Stücken schon die Meisterschaft des Komponisten zeigt - gespielt werden sie heute, wenn überhaupt, doch nur noch, weil sie eben Frühwerke Mozarts sind.

Manchmal wünscht man sich, heutige Opernintendanten würden sich häufiger an das Beispiel der historischen Ausnahmeerscheinung erinnern. Was vor 250 Jahren selbst einem Mozart zugestanden wurde, davon können Komponisten unserer Zeit meist nur träumen: die Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln. In keinem musikalischen Genre wäre sie wichtiger als in der Oper, die die komplexe Verbindung von Komposition, Text und Dramaturgie, von Gesang und Schauspiel, Bühnenbild, Licht und oft

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