"Ich habe wieder Lust bekommen"

Extra | Thomas Wolkinger | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

PETER KONWITSCHNY Der Regisseur glaubt wie kein anderer an die Kraft der Oper in Zeiten der Globalisierung. In Graz wird der strenge Regiemeister nächste Saison erstmals auch am Schauspielhaus inszenieren.

Peter Konwitschny ist bester Laune. Gerade ist er aus Japan zurückgekehrt, wo seine "Aïda" in Tokio nachhaltig verstörte. Nein, Tomaten seien keine geflogen. Nicht wie damals, als zur Premiere derselben Inszenierung in Graz eine Woge der Empörung losgebrochen war. Mit Trillerpfeifen und Gemüse protestierten die Freunde der traditionellen Oper im Jahr 1994, weil Konwitschny entschieden hatte, in seiner konsequenten und sparsamen Deutung des Stoffes statt des pathetischen Triumphmarschs lieber das Besäufnis des Pharaos mit seiner Tochter auf der Bühne zu zeigen. Immerhin: Für Japan, so hätten ihm die Veranstalter versichert, seien auch die massiven Buh-Chöre, wie sie sich nach dem Schlussvorhang in Tokio erhoben, absolut außergewöhnlich. Eine derartige öffentliche Zurschaustellung


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