Der Advokat des Teufels

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 19/08 vom 07.05.2008

PORTRÄT Der Wiener Strafverteidiger und Boxer Rudolf Mayer vertritt Österreichs schwerste Verbrecher. Nun kämpft er für die Rechte der "Amstettner Bestie". Aus Überzeugung.

Rudolf Mayer bestellt sich eine panierte Scholle. Es ist zehn Uhr abends, es war ein stressiger Tag, heute hat er erstmals Josef F., den "Horrorvater", im Gefängnis besucht. CNN, BBC, Spiegel, Bild und Reporter aus Bogota wollten Interviews. Jetzt sitzt der Anwalt der "Amstettner Bestie" endlich in seinem Wiener Vorstadtwirtshaus, wo ihn die Leute am Nebentisch mit "Rudl" grüßen, anstatt ihn zu beschimpfen. Draußen parkt sein silbernes Mercedes-Coupé.

Rudi Mayer, 60, ist Strafverteidiger und Boxer im Weltergewicht. Er will den Namen seines Stammbeisls nicht in der Zeitung lesen. Weil er in der Nähe wohnt und es schon vorgekommen ist, dass Mandanten "auf der Dacken" stehen, wie er das nennt. Außerdem sind die Österreicher dieser Tage ziemlich aufgebracht. "Die Leut fragen mich, zu was braucht so ein Orschloch


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